31.03.2020
Predigtimpulse vom 31. März

von Pfarrer Norbert Endter aus Schweina

Was im Moment so läuft. Weltweit. Das kommt mir vor wie Krieg. Wir haben einen Feind. Fast unsichtbar und klein. Aber er greift massiv unsere Gesundheit an. Es gibt Opfer. Und wir haben eine Verteidigungslinie. Wo viele Leute den Abwehrkampf organisieren. In solch einem Krieg ist eins ganz wichtig. Die Front muß stehen. Darf nicht zurück weichen. Und sie muß geschlossen sein. Keine Lücke darf offen bleiben. Ich gebe Ihnen zuerst ein Beispiel. Dann sage ich, was wir tun können. Damit der Sieg errungen wird. Also, es war 2008. Laurentiuskirche Schweina. Zwei, drei Ziegel im Kirchendach. Die waren verrutscht. Bei einem Sturm. Vor Jahren schon. Und keiner hat´s gemerkt. Und weil es keiner rechtzeitig merkte, ist Wasser reingelaufen. Immer wieder. Das Ende vom Lied, Hausschwamm. Massive Schäden an der Holzkonstruktion. Statische Probleme. Wir mußten das ganze Dach runterschmeißen. Neue Balken. Neue Ziegel drauf. Jetzt steht die Front wieder. Eine Ziegel greift in die andere. Da kommt nichts mehr durch. Das Haus ist gerettet. Der Sieg errungen. Und jetzt wieder zu uns. Zu dem, was los ist in  unseren Tagen. Es stehen viele an der viralen Front. Medizinisches Personal. Wissenschaftler. Verkäuferinnen. Politiker. Väter und Mütter mit ihren Kindern zu Hause. Aber eins fehlt noch. Das will ich sagen. Wir müssen beten. Es geht jetzt nicht um fromme, wohlklingende, liturgisch korrekte Gebete. Wir sollten das Beten nicht den Pfarrern allein überlassen. Jetzt müssen alle ran. Warum nicht besonders die jungen Männer? Die stehen in ihrer Kraft. Haben Leidenschaft und Feuer. Auch wenn jemand noch nie eine Kirche von innen gesehen hat. Was solls. Ich schreib mal ein Gebet auf, für die, die noch keine Übung darin haben.

Gott, ich weiß gar nicht, ob es dich gibt. Aber wenn es dich gibt, dann bitte ich dich jetzt: Beschütze meine Kinder und meine Familie und meine Freunde. Beschütze mein Dorf und meine Stadt. Und ich bitte dich, Gott, daß du deine Engel auf die Erde entsen-dest. Ich bitte dich um eine Mobilmachung der himmlischen Heerscharen. Damit sie das Virus erledigen, ausrotten und unschädlich machen. Gott, du bist der Kommandeur. Ich will dir vertrauen. Hilf mir dabei. Danke und Amen.  

Man könnte das Gebet um 18.00 Uhr sprechen. Jeden Abend. Wenn überall die Glocken läuten. Solange, bis der Sieg errungen ist. Durch dieses Beten schließen wir die Front. Und die Frauen müssen ihren Männern Mut machen, den Kampf in Treue fortzuführen. Wie gesagt, die Laurentiuskirche in Schweina. Eine Ziegel greift in die andere. Das sind unsre Gebete. Da kommt nichts mehr durch. Das Haus ist gerettet und geheilt. Das wollte ich Ihnen sagen. Ist vielleicht etwas kriegerisch geworden. Macht aber nichts. Die Lage ist schließlich ernst.