02.04.2020
Liedtext zur aktuellen Lage

Die Erde, die du schufst, war gut. Von Pfarrer Norbert Endter aus Schweina

1. Die Erde, die du schufst, war gut.

Wer wird sie jetzt bewahren?

Denn was der Mensch vermag und tut,

bringt Ängste und Gefahren.

Der Fortschritt unsrer späten Zeit

wirft einen schweren Schatten.

Das Ende – eine Möglichkeit,

die wir vergessen hatten.

 

2. Vielleicht ist es noch nicht zu spät,

dass wir begreifen lernten:

es liegt an uns. Denn was er sät,

das wird der Mensch auch ernten.

Wir halten, Herr, erschrocken ein,

weil wir uns ändern müssen.

Lass deine Menschheit nicht allein

und schärfe die Gewissen.

 

 

3. Herr über Wasser, Feuer, Wind,

hilf, dass wir Wege finden,

die für uns heute gangbar sind

und in das Leben münden.

Herr, lehre uns auf Christi Spur,

dem Wahn zu widerstehen

und mit den Kräften der Natur

behutsam umzugehen.

 

4. Herr über Schöpfung und Gewalt

und alle Elemente,

gebiete doch dem Missbrauch Halt,

der uns vernichten könnte.

Gib statt Gefahr und Strahlennot

gesunde Luft und Frieden

und wehr dem unsichtbaren Tod

in Ost, West, Nord und Süden.

 

5. Der du aus einer Wolke sprachst,

erfüll die Luft mit Segen.

Der du das Brot der Erde brachst,

komm uns daraus entgegen.

Erlöse von des Abgrunds Rand

uns ungetreue Erben,

und lass uns nicht durch eigne Hand

am Turm zu Babel sterben.

 

6. Die Erde, die du schufst, ist dein.

Lass sie uns nicht zerstören

und endlich wach und willig sein,

auf dein Gebot zu hören.

Lob sei dir, Vater, Sohn und Geist,

du wirst uns Beistand geben.

Der du den Weg zum Guten weist,

du liebst und bist das Leben.

 

Quellenangabe: Ev. Gesangbuch Nr. 653