01.09.2020
Prophet Micha: Gott schafft Frieden

Trotz Dauerregen machten sich viele Besucher aus allen Richtungen kommend auf den Weg in die Peter- und Paul-Kirche nach Frankenheim, um bei dem vorletzten Abendgottesdienst des Kirchenkreises Bad Salzungen-Dermbach dabei zu sein.

Bereits bei der Ankunft konnte man den Höhepunkt des Abends – die einzigartige Open-Air-Orgel der Meisterwerkstätte „Hoffmann & Schindler“ – vor dem Eingang der Kirche hören und bestaunen. Der „Medienstar aus Ostheim“, der bereits in vielen Metropolen wie z. B.: Berlin, Hamburg und Wien für Stimmung sorgte, war eigens für die Veranstaltung von Pfarrer Alfred Spekker gebucht worden. Organist Max Wedjelek aus Birx lies vor und nach dem Gottesdienst, die auf einem Lastwagen montierte Orgel ertönen. Die 1830 Pfeifen konnte man aus dem Heck begutachten. Um die Pfeifen vor Nässe zu schützen, mussten die großen seitlichen Türen, die eigentlich als Klangaustrittsöffnung dienen geschlossen bleiben.

Pfarrer Alfred Spekker begrüßte die Besucher aufgrund des anhaltenden Regens zum Gottesdienst in der Peter- und Paul-Kirche.

Gastpfarrer Roland Jourdan aus Vacha begann seine Predigt mit den berühmten Worten „I have a dream“ (dt. „Ich habe einen Traum“) aus der berühmten Ansprache des Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King, die er während des Protestmarsches auf Washington am 28. August 1963 hielt. Auf die USA bezogen könnte eigentlich nicht aktueller sein – Wunsch nach Gerechtigkeit, Bürgerrechtsbewegungen und (friedliche) Proteste. Für all das hat Martin Luther King im Jahre 1954 bereits gekämpft. Am 4. April 1968 wurde Martin Luther King bei einem Besuch in Memphis im Staate Tennessee auf dem Balkon seines Hotels kaltblütig erschossen. Er kam in die Südstaatenmetropole, um dort Spannungen zu schlichten.

„Die aktuellen Ereignisse und Auseinandersetzungen in vielen Städten der USA zeigen, dass die Vision des Martin Luther King, sein Wunsch nach Versöhnung und Ausgleich zwischen den Volksgruppen immer noch nicht völlig realisiert wurde“, so Pfarrer Jourdan. Er spannte den Bogen zu dem Propheten Micha aus dem Alten Testament, dessen Name ins Deutsche übersetzt „Wer ist wie Gott?“ lautet. Im Buch Micha ist die kompromisslose Anklage sozialer Missstände charakteristisch. Die von ihm erträumte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sei von Menschenliebe und Gottesliebe geprägt. So heißt es in Kapitel 8 „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“.

„Wenn wir diese vielzitierten Worte aus dem Michabuch hören, da werden manche von Ihnen denken: Ja, wenn es so einfach wäre? Und man könnte darauf antworten: Ja, so einfach ist das!

Sagen wir es mit unseren Worten: Die Bibel täglich lesen und davon unseren Alltag bestimmen lassen. Dann wird die Liebe, die Gott uns durch Jesus Christus erwiesen hat, unser Leben und unseren Umgang mit unseren Mitmenschen prägen“, erklärt Roland Jourdan.

Eben nicht nach dem Motto leben: „Wie du mir, so ich dir“. Und in Bezug auf die Auseinandersetzungen um den richtigen Weg durch die Coronakrise könnte man sagen: „Die Zweifel und Empfindungen anderer Menschen ernst zu nehmen, ohne sich damit – weiß Gott nicht – auch mit deren inakzeptablen und überkommenen Welt- und Gesellschaftsbild zu identifizieren. Diese Grundhaltung der Liebe gibt unerwartete, ja manchmal umwerfende Antworten“, ergänzt Jourdan.

Dank der guten Vorbereitung der Kirchgemeinde Frankenheim und vielen fleißigen Händen aus dem Ort konnten die Besucher bei Speis und Trank – in und um die Kirche – der Musik auf der Open-Air-Orgel lauschen.


Mehr Fotos

 Die Peter-und-Paul Kirche von innen. © Julia Otto  Der Höhepunkt des Abends – die einzigartige Open-Air-Orgel der Meisterwerkstätte „Hoffmann & Schindler“. Um die Pfeifen vor Nässe zu schützen, mussten die großen seitlichen Türen, die eigentlich als Klangaustrittsöffnung dienen geschlossen bleiben. © Julia Otto  Open-Air-Orgel der Meisterwerkstätte „Hoffmann & Schindler“ mit geöffneten Seitentüren. © Hoffmann & Schindler  Die 1830 Pfeifen konnte man aus dem Heck begutachten. © Julia Otto  Organist Max Wedjelek aus Birx lies vor und nach dem Gottesdienst, die auf einem Lastwagen montierte Orgel ertönen © Julia Otto  Trotz dauerhaften Regens, ließen sich die Besucher die gute Laune nicht verderben. © Julia Otto