06.04.2020
Open-Air-Andacht

Ständchen vor Altenheim erntet positive Reaktionen

Wie erreichen wir gerade die älteren Menschen, wie können wir deutlich machen, dass wir sie als Kirche und Gemeinde nicht alleine lassen? Wie können wir zeigen, dass wir zusammenstehen?

Im Pflegezentrum Schanzehof in Tiefenort gilt seit dem 15. März stricktes Besuchsverbot. Aber ein Ständchen vor der Tür ist möglich, natürlich mit viel Abstand. Genau das hat Pfr. Thomas Volkmann aus Tiefenort am 1. April „veranstaltet“: ein Ständchen. Eine gute Stunde Musik, Lieder, was zum mitsingen und Psalmen und Gebete zum mitsprechen, ein paar gute Gedanken und der Dank an alle, die gerade anderen dienen.

Viele Bewohner standen nicht nur auf den Balkonen oder an den geöffneten Fenstern, auch viele Menschen aus dem Dorf hörten und beteten – Abstand wahrend – mit. Anschließende Gespräche machten deutlich: Es war eine dringend gebotene Idee. „Für viele war es, gerade in dieser Zeit, ein sehr emotionaler Moment,“ sagte Doreen Jäger, Ergotherapeutin im Pflegeheim. "Genau zur richtigen Zeit", ergänzt Einrichtungsleiter Werner König. Denn viele Bewohner vermissen die Gespräche und geistlichen Impulse. „Eine Bewohnerin hat das so sehr berührt, dass sie mit Tränen in den Augen wieder vom Balkon gegangen ist,“ ergänzt er. Selbst die Konfirmanden hatten von der Aktion „Wind bekommen“ und das Ständchen mitgehört. Auch via Facebook kamen so viele positive Reaktionen, dass das Team um Pfr. Thomas Volkmann überlegt, diese Form der Andachts-Ständchen auch im Martin-Luther-Heim der Diako gGmbH in Bad Salzungen anzubieten.