13.07.2021
Kaltensundheim: 526 Jahre Wehrkirche gefeiert

Nachdem im letzten Jahr – aufgrund der Corona-Pandemie – das Burghoffest verschoben werden musste, konnte nun endlich am vergangenen Sonntag das 526-jährige Bestehen der Wehrkirche in Kaltensundheim mit einem Festgottesdienst und anschließendem Gemeindefest gebührend gefeiert werden. Aufgrund des Regens musste das geplante Open-Air-Programm zeitweise in die Wehrkirche verlegt werden. Doch auch das konnte die feierliche Stimmung nicht trüben.


Kirche als Mittelpunkt und "Schutzraum"

Die Kirche ist der zentrale Punkt fast jeden Ortes, an dem sich die Menschen versammeln, im Gespräch zusammenkommen und gemeinsam Gottes Wort hören. Sie erzählt die Geschichte des Dorfes und der Menschen und ist mit deren Geschick eng verbunden. Genauso ist das auch mit der Wehrkirche in Kaltensundheim. Erbaut wurde die Kirche bzw. das Langhaus 1604 auf einer alten Burganlage am höchsten Punkt des Ortes. Einen Hinweis darauf gibt eine in Stein gehauene Tafel an der Südseite des Turmes in lateinischer Schrift. Deren Übersetzung lautet „Im Jahre des Herrn 1495 bei der Vorfeier des hl. Evangelisten Markus dieses Werk angefangen wurde.“ Die Wehrkirche wird umschlossen von hohen Mauern, denn früher diente die Anlage zum Schutz vor Angreifern und Gefahren aller Art.

Viele Instandhaltungsmaßnahmen waren in den vergangenen Jahren nötig und halten bis heute an, damit die Kaltensundheimer in ihrer Wehrkirche Gottesdienst feiern können. Erst im letzten Jahr wurde mit der Sanierung der Sitzheizung an den Kirchenbänken begonnen. Dank ehrenamtlicher Helfer können diese voraussichtlich bis Mitte Juli wieder auf den Podesten eingebaut werden.

Der Festgottesdienst

Der Auftakt zum Jubiläum begann um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst zum Motto „Gott baut ein Haus, das lebt“ und wurde durch ein lebendiges Anspiel der Kirchenältesten, Gemeindepädagogin Heike Straube und Pfarrer Harald Graul sowie die musikalische Umrahmung durch den Posaunenchor Kaltennordheim, den Chören und Christenlehrekinder aus dem Kirchspiel zu einem großen Gemeinschaftserlebnis.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurden Theresa Markert nach 7. Jahren und Rolf-Herrmann Rauch nach 20. Jahren als Kirchenälteste verabschiedet. Pfarrer Harald Graul wünschte ihnen Gottes Segen und betonte „Sie waren stets als lebendige Bausteine für das Haus Gottes verantwortlich. Sie haben Lücken gefüllt und mit gebaut und hinterlassen heute eine Lücke!“

Auch Regionalbischof Tobias Schüfer (Meiningen) ließ es sich nicht nehmen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen und die Festpredigt zu halten. Unter den Gästen waren auch Bürgermeister Erik Thürmer und Ortsteil-Bügermeister Edgar Gottbehüt vertreten.

Am Ende des Gottesdienstes gab es dann schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den Höhepunkt des Tages – die faszinierende Show des Illusionisten "Mr. Joy" alias Karsten Strohhäcker – in Schweden geboren, in der Zentralafrikanischen Republik aufgewachsen und heute in Heidelberg zu Hause. Der Illusionist brachte die Besucher zum Staunen, indem er eine leere und zerbeulte Cola-Dose auf magische Weise wieder verschloss und mit Inhalt füllte.

Das Programm

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es in und um die Wehrkirche passend zum Motto „Gott baut ein Haus, das lebt“ ein buntes Programm mit kulinarischen Angeboten, Kunst und Zauberei.

Rund um den Altar konnten bei der Kunst-Lehrerin Anne Ullrich (Kaltensundheim) Kunstwerke der 7. Klasse und 11. Klasse des Rhön-Gymnasiums in Kaltensundheim käuflich erworben werden. Die Schüler hatten mit kreativen Maltechniken Kirchenfenster und Details der Wehrkirche gezeichnet. Am Ende des Tages konnten hier 109,50 € erzielt werden. Der Gesamtbetrag wurde jeweils zur Hälfte unter der Kirchgemeinde und dem Rhöngymnasium aufgeteilt.

Bereits am vorherigen „LEGO®-Tag“ wurden die Christenlehrekinder aus den umliegenden Gemeinden zu großen Baumeistern und haben unter der Leitung von den Gemeindepädagoginnen, Susann Heiderich (Oechsen) und Heike Straube (Kaltennordheim) aus 100.000 bunten LEGO®-Steinen eine LEGO®-Stadt gestaltet.

Diese wurde dann am Sonntag in einem Pavillon feierlich eingeweiht und den Eltern präsentiert. Hier sind die unterschiedlichsten Bauwerke entstanden, von einem Einkaufszentrum über ein Schwimmbad bis hin zu einem Bauernhof war alles dabei. Auch die Wehrkirche wurde unter anderem von dem neunjährigen Amadeus Gräf (Kaltensundheim) im Miniatur-Format nachgebaut.

Zauberei wurde zur Predigt

Gespannte Erwartung herrschte um 17 Uhr besonders bei den jungen Besuchern, als der christliche Illusionskünstler, "Mr. Joy" den Altarraum betrat. Mit einer faszinierenden Mischung aus Artistik, Jonglage, Illusion, Entfesselung und einer Portion Selbstironie machte er die Show zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Illusionen nutz Karsten Strohhäcker dabei, um von seinem Glauben zu erzählen. Das Evangelium gab er mit einer unterhaltsamen Jonglage-Einlage mit Bällen und Äpfeln wieder.

Aus dem Publikum holt sich "Mr. Joy" immer wieder (mehr oder weniger) freiwillige Helfer auf die Bühne, die dann selbst zaubern durften. Da tauchte beispielsweise ein vermisster Geldschein plötzlich zwischen Zitronenhälften auf. Ein Junge sollte seinen Finger in eine Mausefalle stecken, die der Illusionist dann auslöste und blieb dabei Gott sei Dank unverletzt.

Anschließend durften Zuschauer den Meister fesseln, natürlich mit mäßigem Erfolg, die Gefangenschaft war nur von kurzer Dauer. Ohne eine Zugabe durfte "Mr. Joy" natürlich nicht die Veranstaltung veranlassen, wurde aber auch mit anhaltendem Applaus belohnt.

Bis in den frühen Abend hinein feierten die Gemeindeglieder ihre Wehrkirche und Gemeindepädagogin Heike Straube, die die Vorbereitungen federführend begleitete, zeigte sich sehr zufrieden: „Ein schöneres Jubiläum konnte man sich wohl nicht wünschen!“ Ihr Dank galt allen fleißigen Helfern die diesen Tag in so kurzer Zeit ermöglicht haben.


Mehr Fotos

 Ein Hinweis zur Erbauung der 526 Jahre alten Wehrkirche, ist auf der Südseite des Turmes in lateinischer Schrift an der Wehrkirche in Kaltensundheim zu finden. „Anno domimi MCCCCLXXXXV in profesto sancti marci evangeliste opus inceptus est“ © Heike Straube  Pfarrer Harald Graul (Kaltensundheim) übernahm im Anspiel die Rolle des Engels.  Regionalbischof Tobias Schüfer (Meiningen) hielt die Festpredigt.  Die Kirchenältesten Theresa Markert (Kaltensundheim) und Rolf-Herrmann Rauch (Kaltensundheim) wurden von Pfarrer Harald Graul im Festgottesdienst verabschiedet.  Besucher konnten die Kunstwerke – die Schüler des Rhöngymnasiums (7. Und 11. Klasse) gezeichnet hatten – käuflich erwerben.  Ein Teil der Kunstaustellung der 7. Klasse des Rhön-Gymnasiums Kaltensundheim.  Der Illusionist "Mr. Joy" alias Karsten Strohhäcker (Heidelberg) gab im Festgottesdienst einen kleinen Vorgeschmack auf die spätere Zaubershow.  Nach der Eröffnung der LEGO®-Stadt konnten die Eltern mit ihren Kindern die Bauwerke, die aus rund 100.000 LEGO®-Steinen gefertigt worden waren betrachten.  Von links: Merlin Reder (Kaltensundheim), Bürgermeister Erik Thürmer (Kaltennordheim), Gemeindepädagogin Susi Heiderich (Oechsen), Regionalbischof Tobias Schüfer (Meiningen) und Organisatorin Heike Straube (Kaltennordheim) bewunderten die LEGO®-Stadt, die die Christenlehrekinder zum Jubiläum der Wehrkirche in Kaltensundheim gebaut hatten.  Amadeus Gräf (Kaltensundheim) präsentiert stolz seine selbstgebaute Wehrkirche im Miniaturformat.  Impressionen vom "LEGO®-Tag". Bereits am Samtag bauten die Christenlehrekinder aus 100.000 bunten Steinen ihre LEGO®-Stadt auf.  Impressionen vom "LEGO®-Tag". Bereits am Samtag bauten die Christenlehrekinder aus 100.000 bunten Steinen ihre LEGO®-Stadt auf. © Heike Straube  Impressionen vom "LEGO®-Tag". Bereits am Samtag bauten die Christenlehrekinder aus 100.000 bunten Steinen ihre LEGO®-Stadt auf. © Heike Straube  Impressionen vom "LEGO®-Tag". Bereits am Samtag bauten die Christenlehrekinder aus 100.000 bunten Steinen ihre LEGO®-Stadt auf. © Heike Straube  Der Illusionist Karsten Strohhäcker (Heidelberg) ließ in der Wehrkirche am Samstagnachmittag Zauberkunst und christliche Aspekte zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.  Heike Straube, die die Vorbereitungen federführend begleitete, zeigte sich sehr zufrieden: „Ein schöneres Jubiläum konnte man sich wohl nicht wünschen!“ Ihr Dank gilt allen fleißigen Helfern die diesen Tag in so kurzer Zeit ermöglicht haben.