21.07.2020
Jona und die Werte für's Leben

Abendgottesdienst am 19. Juli in Bad Salzungen

Am vergangenen Sonntag um 18 Uhr eröffnete Pfarrer Thomas Volkmann in der Stadtkirche in Bad Salzungen die traditionelle Veranstaltungs-Reihe der Abendgottesdienste des Kirchenkreises Bad Salzungen-Dermbach. In einem Musical machte er die biblische Geschichte von Jona erlebbar. Dabei spielte er selbst die Rolle des Propheten und bezog abwechselnd Dr. Hans Jentzsch, Superintendent Dr. Ulrich Lieberknecht und Jana Volkmann (alle aus Bad Salzungen) als Erzähler und Lektoren in das Stück mit ein. Zwischen den einzelnen Passagen wurden die Besucher selbst Teil des Musicals, indem sie Lieder wie z. B.: „Geh, geh nach Ninive“ oder „Meine Hoffnung und meine Freude“ mitsangen. Dazu führte Kreiskantor Hartmut Meinhardt an der Orgel durch den Gottesdienst.

Die Jona-Geschichte, ca. 2.500 Jahre alt, handelt von der doppelten Flucht vor dem eigenen Gott. Jona kann sich nicht vorstellen, das göttliche Strafgericht gegen die bösen Einwohner der Stadt Ninive zu predigen. Für Jona ist Ninive ein hoffnungsloser Fall, der die Vernichtung verdient hat – aber für Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Daher flüchtet Jona in entgegengesetzte Richtung übers Meer auf einem Boot mit Matrosen aus verschiedenen Ländern, die eine Weltgesellschaft im Kleinen darstellen. Ein Sturm bricht aus, der Jona zum Umkehren zwingen soll. Er opfert sich selbst, indem er sich ins Meer werfen lässt. Gott aber rettet ihn, indem er von einem Wal verschlungen wird und in dessen Magen überlebt. Dort macht sich Jona im Zwiegespräch mit Gott seine Gedanken und gelangt zu der Erkenntnis: Indem er vor Gott flieht, kommt er Gott am Ende näher. Nach drei Tagen speit ihn der Wal am Strand aus. Somit wird er in ein neues Leben gerettet.

In den Fürbitten spannte Pfarrer Volkmann den Bogen von der biblischen Geschichte des Propheten zu den Flüchtenden und den Problemen in der Welt. Er appellierte an die Besucher, einmal mehr hinzuschauen anstatt sich abzuducken und wegzulaufen wie Jona. Und stattdessen dort einen Beitrag zu leisten, wo unser Einsatz gefragt ist.

Anschließend lud er die Kirchgemeinden ein, sich während des Segens ein Kreuz in die Hand zu zeichnen, das sie auf dem Weg nach Hause und darüber hinaus begleiten sollte.

Der anschließende Imbiss musste aufgrund einer Anweisung des Gesundheitsamtes abgesagt werden, was die gastgebende Kirchgemeinde aus Bad Salzungen sehr bedauerte.