Evangelische Kirche Sünna

Die Kirche in Sünna zählt zu den ältesten der Region. Schon um 1100 hat hier eine frühromanische Kirche gestanden. Zeuge davon ist der Unterbau des Turmes mit Rundbogenfenster, Pforte und Vierpassöffnung.



Adressdaten


Daten & Fakten


  • Baujahr: um 1090 (im Unterbau des Turmes erhalten), 1616 Kirchsaal, 1720-1728 barocker Innenausbau
  • Baustile: romanisch im Turmbereich, Rennaissance Kirchenschiff, Innenausstattung barock
  • Besonderheiten: wahrscheinlich die älteste Kirche des Kirchenkreises (um 1090). Im Altarraum befindet sich im Fußboden ein archäologisches Fenster mit Einblick bis zu den frühromanischen Grundmauern. "Barocke Bilderkirche" mit deutschlandweit einmaligem Bildprogramm der Emporenbilder. Rekonstruierte barocke Orgel von 1720, der Orgelbauer Dauphin gehörte zum Umfeld von J.S. Bach.
    freistehende Steinkanzel, wiederentdeckter Taufstein von 1614-16
  • Öffnungszeiten Sommer: 9:00 bis 20:00 Uhr
    Kirchenführungen wenn es möglich ist, auf Anfrage
  • Öffnungszeiten Winter: auf Anfrage

Profil


Pilgerweg - Wir sind eine Station auf einem Pilgerweg. Rad- oder Wanderweg - Wir liegen an einem Rad-/wanderweg. Gebetsort - Wir haben einen besonderen Gebetsort (z.B. Lichterbaum, Kapelle, Kreuzgang o.Ä.). Toilette - Im Umkreis von 100m finden Sie eine öffentliche Toilette. verlässlich geöffnet - Wir führen das Signet "Verlässlich geöffnete Kirche". Gottesdienst - Bei uns findet regelmäßig Gottesdienst statt. Trinkwasser - Bei uns gibt es Trinkwasser in der Nähe. Führungen - Wir bieten auf Nachfrage Führungen an. Kirchenführer - Wir bieten einen gedruckten Kirchenführer.

Beschreibung


Diese erste kreuzförmige Kirche mit halbrunder Apsis scheint durch einen Brand zerstört worden zu sein.

In der Gotik wurde die Kirche mehrfach umgebaut.
Das legen Altersbestimmungen von Balken im
Turm nahe, die auf Bautätigkeit um 1385 und
1444 hinweisen.

Wahrscheinlich 1385 wurden die steinernen Geschosse des Turmes auf die vorhandenen alten Mauern aufgesetzt. Steine aus der älteren Kirche wurden damals bei der Errichtung der Wehrmauer um den Kirchhof wiederverwendet. Die Außenmauern des heutigen Kirchenschiffes stammen vom Bau 1616. Aus dieser Epoche sind auch die Kanzel und der Taufstein erhalten. Erstaunlich ist die Weiterverwendung eines gotischen Sakramentshäuschen aus dem katholischen Vorgängerbau im lutherischen Neubau.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg richteten die Sünnaer bis 1670 ihr verwüstetes Gotteshaus wieder her. Um 1720
erfolgte ein barocker Innenausbau. Glanzstücke dieser Zeit sind die Orgel von Joh. Eberhardt Dauphin von 1720 und
die Ausmalung durch Gustav Altmöller aus Schenklengsfeld, wohl 1728 abgeschlossen. Bis heute zieren Brustbilder von biblischen Personen die Brüstungsfelder der unteren Empore. Auswahl und Anordnung der Bilder folgt einem Programm, das in Deutschland einmalig zu sein scheint.

Allein wegen des faszinierenden theologischen Bildprogrammes lohnt es sich, diese Kirche einmal in Ruhe bei einer Führung zu erleben. Die dazugehörige Deckenbemalung wurde 1905 vernichtet. Die Beschreibung in den Kirchenakten legt es nahe, den Sünnaer Kirchenhimmel dem im hessischen Odensachsen und Ausbach zu vergleichen.

1756 wurde der Turm um zwei Fachwerkgeschosse erhöht, in dem heute drei Stahlgußglocken aus dem Jahr 1923
hängen. Von den alten Bronzeglocken hat sich nur eine Beschreibung für die Ablieferung 1914 erhalten. Eine der
Glocken wog 150 oder 310 kg (die Angaben sind unterschiedlich). Die Glocke stammte aus dem 14 Jahrhundert. Sie zeigte am Hals die vier Evangelistenzeichen im Medaillon in bekannter Darstellung, getrennt durch 4 Medaillons mit dem Kruzifixus.

Die zweite Glocke wog 120 kg und wird beschrieben als „interessante Minuskelglocke des 15. Jahrhunderts“. Leider
sind beide wertvolle Glocken ein Opfer des Ersten Weltkrieges geworden.

Um 1854 wurden die Eingangstüren und einige Fenster im klassizistischen Zeitgeschmack umgestaltet.
Im 20. Jahrhundert litt das Gebäude sehr unter der Mangelwirtschaft des Sozialismus und unter dem
Dornröschendasein im Sperrgebiet. Ein Gebirgsschlag unter dem Ort mit seinen gravierenden Bauschäden hätte in
den Jahren seit 1975 fast zum Abriss geführt.

Seit 1991 sind inzwischen mehr als 20 Jahre vergangen, in denen sich die Kirchgemeinde mit vielseitiger
Unterstützung um den Erhalt und die Wiederherstellung dieses Kleinods mit beeindruckenden Ergebnissen bemüht.

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