20.08.2026
Theo van Wyk sorgt in Bad Salzungen für ein besonderes Musikerlebnis

Der südafrikanische Organist Theo van Wyk aus Pretoria begeisterte das Publikum in der Stadtkirche Bad Salzungen. Mit seinem außergewöhnlichen Spiel verband er klassische Orgelmusik mit den farbenreichen und besonderen Klangwelten seiner südafrikanischen Heimat.

Sollten Sie gerne reisen, aber die Zeit und das Geld nicht zur Verfügung haben, dann lohnt es sich schon, in die Kirche zu gehen und dort die wundervollen Klänge des Königs der Instrumente auf sich wirken zu lassen. So z. B. geschehen am Samstag, dem 15. August in der evangelischen Stadtkirche zu Bad Salzungen. Beginnend in der Heimat im wunderschönen Thüringen mit bekannten Werken von Johann Sebastian Bach und Max Reger ging die Reise weiter immer südlicher, bis der Zuhörer endlich im südlichsten Land Afrikas angekommen ist. Zu Gast in Bad Salzungen war der Orgelprof. Theo van Wyk, der auf seiner Deutschlandtour in Lübeck und Eisenach gastierte und deutsche und südafrikanische Komponisten im Gepäck hatte. Interessant war die Interpretation von Mendelssohns dritter Orgelsonate mit dem Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“, die in der Artikulation noch alte barocke Spielweise atmete. Das crescendo im Mittelteil war rund und ohne jeden Bruch; das fortissimo nicht zu massiv. Ebenso bei der D-Dur Fuge op. 59 von Max Reger, die nach den Angaben des Komponisten langsam und sehr leise zu beginnen hat und immer schneller und lauter werden soll, bis zum Tutti der Orgel. Hier hat sich wieder gezeigt, warum die Orgel in der Stadtkirche den Beinamen „Reger-Orgel“ hat. In dem Choralvorspiel von Bach „O Mensch, bewein dein´ Sünde groß“ und in der Pastorale op. 59 von Reger kamen die charakteristischen 8´-Register zum Tragen von den Flöten bis zu den Prinzipalen. Theo van Wyk verstand es, Spielweise und Registrierung den akustischen Gegebenheiten an den Raum anzupassen, welcher sich als relativ trocken erwies. Mit zwei Werken südafrikanischer Komponisten endete das Orgelkonzert. Zuerst erklang Alexander Johnsons „Omuramba“, der Name eines Flusses, welcher in der Semi-Wüste fließt und ausgetrocknet ist. Die Trockenheit und Dürre war in den Orgelklänge mit den Händen zu greifen. Die Musik wandelte sich in ein Gebet um den dringend notwendigen Regen. Auch in den drei sich anschließenden Orgelstücken von Henk Temmingh konnte die südafrikanische Landschaft durch die Klänge Wirklichkeit werden. Prof. Wyk wählte die Tempi so angemessen, dass schon beim erstenmal Hören die Musik erfasst werden konnte. Als Zugabe präsentierte er ein bekanntes Gospel „We are marching“, mit welchem er sich mit typisch südafrikanischen Rhythmen von einem dankbaren Publikum verabschiedete.

Hartmut Meinhardt