01.07.2026
Mit Rettungsring und Handtuchsegen: Mitmach-Schulgottesdienst im Wiesenthaler Schwimmbad macht Glauben erlebbar

Rund 50 Kinder der Klassen 1 bis 4 erlebten am 30. Juni einen spielerisch gestalteten Schulgottesdienst im Wiesenthaler Schwimmbad. Unter dem Motto „Nicht baden gehen“ wurde die biblische Geschichte von Petrus auf dem Wasser (Matthäus 14,22–33) mit Liedern, Gebeten und Mitmachaktionen lebendig. Der Gottesdienst bildete zugleich den Abschluss des Religionsunterrichts vor den Sommerferien und bezog erstmals alle Kinder der Staatlichen Grundschule Wiesenthal – auch Kinder, die den Ethikunterricht besuchen – mit ein.

„Gott ist mein Rettungsring – wir feiern heute ein Fest, wir feiern das Fest des Lebens“, lautete die Botschaft des Gottesdienstes. Mit einem dreifachen „Ahoi!“ begrüßten die Kinder Eltern und Gäste. Pfarrerin Friedericke Lakemann und Religionslehrerin Theresa Dietzel aus Empfertshausen, die einmal wöchentlich Religionsunterricht in Wiesenthal erteilt, gestalteten den Gottesdienst. Die musikalische Begleitung übernahm Heike Hermann am Akkordeon.

Drei Wochen lang hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht mit der Bibelstelle Matthäus 14,22–33 beschäftigt, Lieder eingeübt, Handtuchgebete geschrieben und den Gottesdienst vorbereitet. Die biblische Geschichte wurde anschließend an verschiedenen Stationen rund um das Schwimmbecken nacherzählt. Für das Gebet stieg Pfarrerin Lakemann auf den Drei-Meter-Sprungturm der kurzerhand zum Gebetsturm wurde und sagte: „Ich mach’s jetzt wie Jesus. Ich bete für euch.“

Anschließend malten die Kinder Rettungsringe mit Kreide rund um das Schwimmbecken, sangen und hörten die Geschichte von Petrus, der auf Jesu Ruf hin über das Wasser geht, im Sturm jedoch Angst bekommt, zu sinken beginnt und ruft: „Herr, rette mich!“ Die Erzählung wurde mit den Erfahrungen der Kinder verknüpft – insbesondere mit Blick auf den bevorstehenden Schulwechsel vieler Schülerinnen und Schüler, da die Grundschule Wiesenthal geschlossen wird.

Zum Abschluss bekam jedes Kind einen Rettungsring, der von Heike Hanke und Iris Gesell liebevoll gehäkelt worden war. Dazu erklärte Friederike Lakemann: „Rund ohne Anfang und Ende. Wie die Liebe Gottes zu dir. Dein Rettungsring will dir etwas zuflüstern: Ich bin bei dir – an deinem Schulranzen – in der neuen Schule. Dein Rettungsring, die Liebe Gottes, trägt deinen Lebensfaden. Tiefes Wasser wird dich tragen in stürmischen Zeiten – in der Schule und zu Hause – wenn die Wellen hochschlagen. Ich bin dein Rettungsring und erinnere dich: Du bist nie allein. Ich bin da, sagt Gott – heute dein Rettungsring – vertraue mir.“

Es folgten von den Kindern selbst verfasste Handtuchgebete sowie das gemeinsame Beten des „Vaterunsers“. Ein Handtuchgebet lautete:
„Lieber Gott, wenn wir aus dem Wasser kommen, legt sich ein Handtuch um uns und schützt uns vor der Kälte. So bitten wir dich: Beschütze uns jeden Tag – in der Schule, zu Hause und beim Spielen. Sei immer bei uns und halte deine Hand über uns.“ Daran knüpfte die Pfarrerin an und sagte: „Jesus hatte zum Gebet seinen schützenden Gebetsschal. Ihr habt euer Handtuch um den Hals und euren Rettungsring in der Hand. Beides soll euch daran erinnern, Jesus im Auge zu behalten.“

Nach dem Schlusslied „Pack die Badehose ein“ wurde die biblische Geschichte praktisch erfahrbar. Die Kinder sprangen ins kühle Nass bei den warmen Temperaturen und versuchten auf mitgebrachten Luftmatratzen zu stehen – als Symbol für Petrus' Gang über das Wasser. Schnell zeigte sich, wie schwer es ist, das Gleichgewicht zu halten. Erst nach mehreren Versuchen gelang es ein paar Kindern. Die Erfahrung verdeutlichte die Botschaft der Geschichte: Wer sich von Angst überwältigen lässt, gerät ins Wanken, Vertrauen schenkt Halt.

Für Religionslehrerin Theresa Dietzel war die Premiere ein voller Erfolg: „Es wusste ja noch keiner, was auf einen zukommt. Die Lehrer wussten es nicht, die Kinder wussten es nicht. Wir haben das heute einfach mal probiert – das erste Mal. Die Kinder waren aufmerksam. Die haben geguckt und mitgemacht. Es war ein schöner Abschluss vom Schuljahr. Wir haben alle Kinder mit dazu genommen, von der 1. bis zur 4 . Klasse. Das könnte ich mir auf jeden Fall noch einmal vorstellen.“

Auch die Rückmeldungen der Kinder fielen positiv aus. So sagte ein konfessionsloses Mädchen auf die Frage, wie ihr der Schulgottesdienst gefallen habe: „Ganz gut.“ Besonders begeistert habe sie das Lied „Gottes Liebe ist so wunderbar“.


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Rettungsring wird zum Symbol für Gottes Begleitung.  Julia Otto Der 3-Meter-Sprungturm wurde kurzerhand zum Gebetsturm.  Julia Otto Für das Gebet stieg Pfarrerin Lakemann symbolisch auf den Drei-Meter-Sprungturm, der kurzerhand zum Gebetsturm wurde, und sagte: „Ich mach’s jetzt wie Jesus. Ich bete für euch.“  Julia Otto Die Kinder malten mit Kreide Rettungsringe rund um das Schwimmbecken als Zeichen für Gottes Schutz und seine Fürsorge.  Julia Otto Der Schwimmbad-Schulgottesdienst wurde von Pfarrerin Friedericke Lakemann aus Urnshausen gestaltet und musikalisch von Heike Hermann aus Dorndorf begleitet.  Julia Otto Religionslehrerin Theresa Dietzel aus Empfertshausen, die einmal wöchentlich Religionsunterricht in Wiesenthal erteilt, gestaltete den Schulgottesdienst mit.  Julia Otto Pfarrerin Friederike Lakemann verteilte die Rettungsringe an die Kinder.  Julia Otto Jedes Kind bekam einen Rettungsring, der es auf all seinen Wegen beschützen soll.  Julia Otto Die Kinder lasen ihre selbst geschriebenen Handtuchgebete vor.  Julia Otto Die Kinder bildeten einen Kreis, legten sich gegenseitig die Hände auf die Schultern und sprachen einander Segen zu.  Julia Otto Die biblische Geschichte wurde für die Kinder praktisch erfahrbar: Im Wasser versuchten sie auf Luftmatratzen zu stehen – wie Petrus auf dem Wasser.  Julia Otto