29.09.2026
Klings DDR-Fahnen in und an der Kirche

Warum das Galli-Theater bei der Kirchgemeinde Klings in der Rhön auf einer Baustelle zu Gast war und warum hier DDR-Fahnen wehten.

„Herzlich willkommen in unserer schönen Kirche, willkommen auf unserer Baustelle! Warum Kirche und Kirchturm heute eine Baustelle sind und warum gerade jetzt das Galli-Theater aus Erfurt zu Gast sind, möchten wir Ihnen erzählen.“ Mit diesen Worten begrüßte der Gemeindekirchenrates Klings Gäste aus nah und fern.

Ein Rückblick: Die Kirchgemeinde hatte 2024 ein Testament aus dem Amtsgericht Erfurt erhalten. Der Inhalt: unter anderem, dass sie alleiniger Erbe des Nachlasses von Wilfried und Karin Barthelmes aus Erfurt ist. Das Ehepaar verfügte unter anderem auch den Einbau einer Kirchturmuhr nach allen vier Seiten in den Kirchturm Klings. Der Gemeindekirchenrat nahm das Erbe an und beräumte in der weiteren Folge eine Immobilie in Erfurt, in der Familie bis zu ihrem Tode gewohnt hatte. An vielen Wochenenden fuhr der Gemeindekirchenrat Klings mit Ehepartnern nach Erfurt, beräumte das Einfamilienhaus.

Zum Abschluss dieser kräftezehrenden Zeit fuhr man nochmals nach Erfurt. Im Galli-Theater lief gerade die Ost-West-Komödie „Die Fluchtpappe“. Eintrittskarten wurden gekauft und in dem kleinen Theater, welches sich in einem Gewölbekeller mitten in der Stadt Erfurt befindet, Platz genommen. Von der Komödie, welche mit viel Konfrontation, Spaß, Humor und Tiefsinn spielte, war man so überwältigt und angetan, dass kurzfristig entschieden wurde: Dieses Theaterstück von Johannes Galli mit dem einzigartigen Schauspieler Sigrun Stiehl und KT Riemann sollte unbedingt mal in die Kirche nach Klings.

Der Vertrag mit dem Theater war Monate zuvor schon unterschrieben, der Kartenvorverkauf hatte begonnen – und jetzt gab es eine große Baustelle am Kirchturm und Kirchenschiff Klings. Eine Absage kam für den Gemeindekirchenrat nicht in Frage. Im Gegenteil. Wenn das Theater schon mal den weiten Weg nach Klings in die Dorfkirche auf sich nimmt, bieten wir gleich zwei Veranstaltungen an. Am Samstagabend sowie am Sonntagnachmittag erlebten die Besucher ein Theaterstück in einer dazu passend geschmückten Kirche innen wie außen – inklusive Trabant, welcher von der Rhönbrauerei Dittmar zur Verfügung gestellt wurde.

Ein Theaterstück, basierend auf wahrer Begebenheit: Mit dem Trabi über die Grenze. Es ist November 1989 und in der DDR ist Umbruchstimmung. Massenweise verlassen Freunde das Land. Am 8. November beschließt auch Cornelia, mit ihrem Trabi loszufahren und im Westen ihr Glück zu suchen. Doch es fällt ihr nicht leicht: Abschied von der besten Freundin, Zurücklassen ihres gesamten Hab und Gutes. Dann auch noch die Panne mit dem Trabi – und jede Menge Emotionen. Ein Stück aus der Zeit der Wiedervereinigung – die letzten Tage der DDR. All das brachte die Zuschauer nun in Klings zum Nachdenken, Schmunzeln, Weinen, vor allem aber zum herzhaften und ausgiebigen Lachen.

Auch wenn nicht alle Eintrittskarten verkauft wurden, so war es für alle Anwesenden ein humorvoller, glücklicher und gemeinsamer Abend und Nachmittag und für den Gemeindekirchenrat eine gelungene und dankbare Veranstaltung.

Anette Günther


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Zwei Vorstellungen in der Kirche gab es zu erleben.  Anette Günther Trabbi von der Rhön-Brauerei.  Anette Günther Kirche in Klings als Theater-Ort.  Anette Günther